Läuse

Checkliste für Ihre Reiseapotheke

Was sind Läuse?

Läuse sind ca. 2-3mm große, graue Insekten, die bevorzugt an Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken zu finden sind. Rötlich erscheinen sie, wenn sie sich mit Blut vollgesogen haben, was alle 2-3 Stunden passiert. Sie können weder springen noch fliegen, sind aber sehr schnelle Krabbler. Die Lebenserwartung beträgt etwa ein Monat. In dieser Zeit legen sie etwa 200 Eier (Nissen),die sie bevorzugt am Haaransatz anheften. Diese Nissen sind ca. 0,8 mm groß und weißlich grau. Nach 8-10 Tagen schlüpfen die Larven (Nymphen). Diese Larven können den Kopf noch nicht verlassen, saugen aber auch schon Blut. In 8-10 Tagen entwickeln sie sich zu erwachsenen Läusen. 3 Tage können Läuse ohne Wirt überleben , Nissen hingegen 10 Tage. Ein Generationszyklus dauert ca. 3 Wochen.

Wie machen sie sich bemerkbar?

Hauptsächliches Symptom ist der heftige Juckreiz, der durch den Speichel der Läuse verursacht wird. Daneben können rote Paspeln und Pusteln auftreten. Mögliche Folge des Kratzen können bakterielle Infektionen sein bis hin zu Schwellung der regionalen Lymphknoten.

Wie behandelt man?

Egal welches Mittel man einsetzt, eine gute Durchfeuchtung der Haare ist für die Wirkung der Insektizide essentiell. Eine Wiederholung nach 8-10 Tagen ist auf jeden Fall sinnvoll, um den vollständigen Generationszyklus von der Laus über die Nisse, der Larve bis zur erwachsenen Laus zu erfassen. Dabei ist die Erfassung der Eier(Nissen) am unsichersten.

a. Medikamente:

  • Goldgeist forte
    ist ein Pyrethrum Extrakt (Auszug aus Chrysanthemenblüten ) es wirkt gut in allen Entwicklungsstadien der Läuse. Die Behandlung sollte aber nach 8-10 Tagen wiederholt werden, da einzelne Larven nachschlüpfen können. Eine Einwirkzeit von 45 min wird empfohlen. Die Anwendung erfolgt auf trockenem Haar und wird nach der Einwirkzeit wie ein Shampoo ausgespült.
    umbruch
  • Infectopedicul
    enthält als Wirkstoff Permethrin .Sämtliche Nissen sollten nach der Behandlung ausgekämmt werden und die Haare sollten 3 Tage nicht gewaschen werden, damit nachschlüpfende Larven noch abgetötet werden. Auch bei diesem Produkt sollte man die Behandlung nach 8-10 Tagen wiederholen. Die Anwendung erfolgt auf frisch gewaschenem, abfrottiertem, leicht feuchtem Haar und wird nach der Einwirkzeit (30-45 min)ausgespült. 25ml bei kurzem, 50ml bei langem Haar werden benötigt. Infectopedicul hat nach einmaliger Behandlung eine Erfolgsquote von 94%,mit der Kontrolluntersuchung Nach 8 Tagen läßt sich die Wirksamkeit auf 98% steigern.
    umbruch
  • Jacutin Pedicul Spray
    als Spray enthält Allethrin, was gut gegen Läuse und Larven wirkt, aber nicht so gut gegen Nissen. Personen mit Asthma oder anderen Lungenerkrankungen sollte man nicht mit diesem Spray behandeln. Bei der Behandlung muss das gesamte trockene Kopfhaar Strähne für Strähne behandelt werden und da Läuse sich gerne auf der Kopfhaut aufhalten direkt auch auf diese gesprüht werden. Das Spray wird mit einem Abstand von 1-2cm direkt aufgesprüht. Um Sprühnebel zu vermeiden, sollte der Bereich mit der Hand abgedeckt werden. Nach ca. 30 min. wird das Haar mit einem normalen Shampoo gewaschen.

Nach der Behandlung gilt bei allen Mitteln: Nissenkamm anwenden (siehe Nissenkamm)

Bei der Anwendung der Medikamente sollte man beachten, dass es sich hierbei um Giftstoffe für das Nervensystem handelt, die dem menschlichen Organismus auch Schaden können. Oft wird ein Teil über die Haut resorbiert und über die Leber abgebaut. Da im allgemeinen die Anwendung kurz ist und nicht über einen längeren Zeitraum erfolgt, sind die Risiken gering, allerdings kann man die Risiken weiter minimieren, wenn die Anwendungsfläche kühl ist, so dass die Haut geschlossenporig ist und damit eine Aufnahme in das Blut verringert wird.

b. Medizinprodukte:

  • Mosquito-Läuseshampoo
    enthält Kokosöl. Bei guter Durchtränkung der Haare und Vorwäsche mit anschließender erneuter Behandlung und Einwirkzeit von 60 min werden die Läuse in allen Stadien erstickt.
  • Nyda L
    ist ein dimeticonhaltiges Spray gegen Kopfläuse, Der Wirkstoff verklebt die Atemöffnungen der Parasiten. Man sprüht gründlich am Haaransatz ein, lässt 45 min einwirken und durchkämmt die Haare mit einem Läusekamm. Danach wäscht man nicht aus, sondern läßt Nyda L noch 8-18 Stunden einwirken. Danach wird es mit einem herkömmlichen Shampoo ausgewaschen. Nach 8-10 Tagen muß man die Behandlung wiederholen.

    Weitere Präparate mit Dimeticon:Jacutin Pedicul Fluid
  • Niemolind
    enthält Neemöl und wird aus den Samen des Neembaums gewonnen. Und besitzt insektizide Bestandteile.
  • Weitere Mittel auf Kokosölbasis sind GO-Laus , Paranix und Aesculo L

Auch bei diesen physikalisch wirksamen Mitteln sollte besonders auf die gute Befeuchtung geachtet werden.

Wann sollte man welche Produkte anwenden?

Die Medizinprodukte eignen sich besonders gut zur Mitbehandlung von Geschwistern, bei Schwangeren oder bei Säuglingen, da dort die Insektizide zu toxisch wären.. Auch kann man sie zusätzlich zur Therapie mit Goldgeist forte oder Infectopedicul einsetzen. Aber auch die vermeintlich so harmlosen Medizinprodukte können Reizungen und allergische Reaktionen mit Schwellungen und Entzündungen hervorrufen.

Wie benutzt man korrekt einen Läusekamm?

Man unterteilt das Kopfhaar in mehrere Bereiche und jeden Bereich wieder in feine Strähnen. Jede Strähne muss einzeln vom Haaransatz bis zu den Spitzen durchgekämmt werden., wobei man direkt an der Kopfhaut beginnen sollte. Jede Strähne, die mit dem Kamm behandelt wurde, wird zur Seite gelegt und der Kamm sollte zwischendurch mit einem Papiertuch gereinigt werden. Wichtig ist, den Nissenkamm nach der Anwendung abzukochen. Wichtig: Nissen, die mehr als 1cm von der Kopfhaut entfernt sind, sind meistens leer. Besonders gut erkennt man die Nissen, wenn man beim Durchkämmen eine Lupe benutzt.

Welche Reinigungsmaßnahmen sind zusätzlich sinnvoll?

Alle Kissenbezüge, Kuscheltiere, Bettlaken , Handtücher, Mützen , Jacken, Schals, Zopfbänder, Lockenwickler

  • bei 60° C waschen
  • In der Gefriertruhe bei –18° C 24 Stunden ausfrieren.
  • In einem fest verschlossenen Plastikbeutel für 3-4 Wochen lagern (die Nissen schlüpfen in dieser Zeit und verhungern) Je höher die Temperatur ist, desto kürzer wird der Entwicklungszyklus.
  • Wäsche bei 30° C mit Mosquito Läusewaschmittel waschen.
  • Im Wäschetrockner erhitzen mindestens 45° C 60 min.

Autositze, Kindersitze oder feste Sitzpolster könnten mit Mosquito Umgebungsspray behandelt werden oder müssten gründlich abgesaugt werden. Teppiche,Vorleger oder auch Sofas müssen ebenfalls abgesaugt werden, da ausgefallenen Haare, die mit Nissen besetzt sind, zur Reinfektion führen können.

Allerdings ist der Übertragungsweg über ausgefallene Haare gering. Kämme, Bürsten, Haarspangen müssen mit 60° C heißem Wasser ausgespült werden.

Ungeeignet zur Läusevernichtung sind Schwebehauben, da die Temperaturen für die Vernichtung zu niedrig sind. Auch Saunabesuche sind unnütz, da sich die Läuse in kühlere Zonen zurückziehen (Schweißfilm).

Läuse sind zu groß, um in das Innere von Matratzen und Kissen vorzudringen, daher reicht die Behandlung der Bezüge.

Was kann man noch tun?

Nach der Behandlung mit Goldgeist (Pyrethrum-Extrakt), Infectopedicul (Permethrin) oder Jacutin N (Allethrin) kann man die Haare mit Essigwasser (1 Tasse Haushaltsessig + 2 Tassen Wasser) behandeln. Die Einwirkzeit sollte 30 min sein. Mit Essig wird die Kittsubstanz angelöst, mit der die Läuse ihre Nissen an den Haaren festkleben. Danach lassen sich die Nissen mit dem Kamm besser entfernen. Auch Natron (Natriumbicarbonat) ist zur leichteren Durchkämmung gut geeignet. Dazu werden 10g Natron in einem _ l warmes Wasser gelöst und damit die Haare befeuchtet. Der engmaschige Nissenkamm gleitet so besser durch die Haare. Für die bessere Kämmbarkeit kann man die Haare auch mit einer handelsüblichen Haarspülung behandeln. Als vorbeugende Maßnahme empfehlen wir das Weidenrindenshampoo der Firma Rausch . Teebaumöl mit in das normale Haarshampoo geben ist ein altes Hausmittel.

Gibt es Resistenzen gegen Goldgeist oder Infectopedicul?

Das Robert-Koch-Institut trifft zur aktuellen Resistenzlage folgende Aussage:

“Eine Resistenz gegenüber den gegenwärtig eingesetzten Mitteln wurde in Deutschland bisher nur vereinzelt beobachtet, allerdings gibt es eine deutliche Zunahme von Resistenzen in anderen Ländern. Eine unzureichende Wirksamkeit der geprüften Entwesungsmittel wird eher auf die nicht konsequente Anwendung der Applikationsbedingungen zurückgeführt.“

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